Ich war geschäftlich in Peking und hatte bewusst die angesagten neuen Hotels gemieden und mich für das Hotel Grand Metropark Yuantong Hotel Beijing im Bezirk Xicheng entschieden. Ich dachte, ich suche lediglich eine Unterkunft in der Nähe der U-Bahn-Station, doch nach drei Tagen fand ich inmitten des geschäftigen Treibens des zweiten Rings eine seltene Oase der Ruhe.
Von der U-Bahn-Linie 2 bis zum Hoteleingang waren es nur fünf Minuten Fußweg. Der Portier sah mich mit meinem Koffer und kam mir über die Straße entgegen. Während er mein Gepäck entgegennahm, erinnerte er mich daran, dass es in Peking in letzter Zeit windig sei und ich meinen Schal abnehmen und den Staub abklopfen solle, bevor ich das Hotel betrete. Sobald ich die Lobby betrat, umfing mich eine warme und einladende Atmosphäre. Es gab keine übertriebene, luxuriöse Kühle; Vintage-Kristalllüster funkelten auf dem beigen Marmorboden, und mehrere Topfpflanzen mit Clivien in der Ecke standen in voller Blüte – es fühlte sich an, als betrete man das außergewöhnlich gepflegte Zuhause eines alten Freundes. Die Rezeptionistin, eine Frau mit perfektem Pekinger Akzent, lächelte und reichte mir den Zimmerschlüssel: „Wir haben ein Zimmer für Sie reserviert, das nicht zur Straße liegt, damit Sie heute Nacht gut schlafen können. Die gerösteten Kastanien in der Gasse unten sind frisch zubereitet; Sie können sie gleich um die Ecke kaufen.“
Beim Öffnen der Tür wurde deutlich, dass diese Aufmerksamkeit weit mehr als nur Worte waren. Die Fenster zum Wohnkomplex waren mit schalldichtem Doppelglas ausgestattet und schirmten den Lärm der zweiten Ringstraße vollständig ab. Die Einrichtung des Zimmers war die klassische, unaufdringliche Eleganz eines Fünf-Sterne-Hotels, ohne jeglichen auffälligen Trendschmuck. Die cremefarbene Bettwäsche war herrlich flauschig, und die Schreibtischlampe spendete sanftes Licht, perfekt zum abendlichen Arbeiten an Dokumenten ohne störende Blendung. Die größte Überraschung war der kleine Schrank am Fenster, der neben den üblichen Teebeuteln auch ein Glas echten Pekinger Jasmintees enthielt. Sobald das Wasser kochte und der Tee zog, erfüllte sein erfrischender Duft den ganzen Raum.
Beim Frühstück spürt man die Geschichte des Hotels. Das Restaurant duftete herrlich nach frisch gemahlener Sojamilch, die knusprigen Teigstangen waren innen zart, und der Tofupudding hatte eine dicke, aromatische Brühe, bestreut mit einem kleinen Löffel Schnittlauchblüten – ein Bissen, und man hatte den authentischen Geschmack des alten Pekings. Ich hatte zwei Nächte hintereinander verschlafen, und als ich um 9:30 Uhr ankam, waren die gedämpften Brötchen noch dampfend heiß. Die Dame, die die Erfrischungen servierte, sah mich und bot mir freundlicherweise einen extra frisch gebackenen Sesamkuchen an mit den Worten: „Junge Dame, probieren Sie den; er ist eine Spezialität unseres Küchenchefs.“
Am Abend, nach Feierabend, schlenderte ich durch die Gasse neben dem Hotel zurück. Die Reinigungskraft hatte mein Zimmer bereits leise aufgeräumt und eine kleine Schale mit frisch gewaschenen Hagebutten auf den Nachttisch gestellt. An meinem letzten Tag, als ich einen frühen Flug erwischen musste, hatte die Rezeption mir im Voraus ein warmes Frühstückspaket gepackt, der Portier half mir beim Einladen meines Gepäcks ins Auto und zeigte mir sogar eine Abkürzung, um den morgendlichen Berufsverkehr zu umgehen.
Früher dachte ich, Hotels in Peking seien entweder zu laut oder zu abgelegen. Doch dieses Mal im Grand Metropark Yuantong Hotel Beijing wurde mir klar, dass es bei einer guten Unterkunft nicht um teure Dekorationen geht, sondern darum, einen komfortablen und gemütlichen Ort zum Verweilen inmitten der pulsierenden Atmosphäre des Zweiten Rings zu bieten. Ich werde auf jeden Fall wieder hier übernachten, wenn ich das nächste Mal in Peking bin.Mehr anzeigen